Gläserne Manufaktur

Der fast 40 Meter hohe Turm ist das markante Kennzeichen der Gläsernen Manufaktur des VW-Konzerns am Straßburger Platz. In der Manufaktur wurde bis 2016 das damalige Flaggschiff der VW-Flotte, der VW Phaeton, gebaut.

Außenansicht der Gläsernen Manufaktur von VW in Dresden
Außenansicht der Gläsernen Manufaktur von VW in Dresden | ©: Robert Arnold, Volkswagen Sachsen GmbH | Die Gläserne Manufaktur

Es folgte die Transformation zur Fertigungsstätte für rein elektrisch angetriebene Pkw. Zunächst wurde hier der e-Golf gefertigt, ab Januar 2021 der ID.3. Seit dem 11. Dezember 2001 ermöglicht eine 27.500 Quadratmeter große Fensterfront den Besuchern Einblicke in den 55.000 Quadratmeter großen Produktionsbereich, der sich über drei Etagen erstreckt. Der VW-Konzern beschäftigte in dem Werk zeitweise bis zu 500 Arbeitnehmer.

Kritik im Vorfeld

Schon in der Planungsphase wurde das Projekt scharf kritisiert. Vor allem Umweltschützer sprachen sich gegen die Gläserne Manufaktur aus. Einer ihrer wichtigsten Kritikpunkte war die Lage am Großen Garten. Protest gab es insbesondere, weil mit einem deutlich höheren Lkw-Verkehrsaufkommen in der Innenstadt gerechnet wurde.

Um diesen Konflikt zu entschärfen, wurde die CarGoTram, eine Güterstraßenbahn, eingerichtet. Sie versorgte das Werk bis Ende 2020 mit Bauteilen aus dem Logistikzentrum am Bahnhof Dresden-Friedrichstadt.

Weitere Kritikpunkte betrafen die Glasfassaden und die nach Ansicht der Kritiker fehlende Harmonie mit der barocken Innenstadt. Auch die notwendige Verlegung des Bahnhofs „Straßburger Platz“ der Parkeisenbahn stieß auf Kritik. Im Vorfeld sammelte eine Bürgerinitiative mehr als 17.000 Unterschriften gegen den Bau der Gläsernen Manufaktur. Für einen Bürgerentscheid reichte dies jedoch nicht aus. Mitte 1999 konnte deshalb der Grundstein gelegt werden.

Die Gläserne Manufaktur wurde am 19. März 2002 in Betrieb genommen. Im Dezember 2025 endete dort die Ära der Fahrzeugproduktion.

In dem L-förmigen Gebäude befanden sich jedoch nicht nur Produktionsanlagen. Auch Gastronomie und Kultur fanden dort ihren Platz. Das Foyer der Gläsernen Manufaktur ist als Multifunktionsraum eingerichtet. Bei geführten Touren erhalten Besucher Einblicke in die Fahrzeugproduktion und können Geschichten von Menschen kennenlernen, die hier jahrzehntelang Fahrzeuge gebaut haben.

Auch als Kulturort hat die Gläserne Manufaktur eine besondere Geschichte. 2002 konnte hier einen Monat lang das Stück „Carmen – eine Version“ aufgeführt werden, nachdem die Semperoper wegen Hochwasserschäden als Spielstätte ausgefallen war. Drei Jahre später etablierte sich die Gläserne Manufaktur als Spielstätte des Moritzburg Festivals, das 1993 von Jan Vogler, Peter Bruns und Kai Vogler ins Leben gerufen worden war. Inzwischen gilt es als bedeutendes Festival für Kammermusik.

Weitere Informationen zu kostenlosen Probefahrten und Führungen gibt es auf der offiziellen Website der Gläsernen Manufaktur.


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