Geerbte Mietwohnung in Dresden: Was Erben zuerst klären sollten

Wenn die Trauerfeier vorbei ist und der erste Schock langsam nachlässt, rückt für viele Angehörige in Dresden die hinterbliebene Mietwohnung des Verstorbenen in den Blick. Hausrat, Möbel und persönliche Erinnerungsstücke stehen noch unverändert an ihrem Platz, während der Mietvertrag unterdessen weiterläuft, bis jemand sich darum kümmert.

Sind mehrere Erben beteiligt, müssen sie als Erbengemeinschaft klären, wie es mit der Wohnung weitergehen soll. Es gilt zu entscheiden, wer den Kontakt mit dem Vermieter führt, wer den Hausrat sortiert und wer die Räumung organisiert. Das wird besonders wichtig, wenn die Angehörigen nicht mehr in derselben Stadt leben und nicht einfach vor Ort sein können. Je früher die Familie diese Aufgaben untereinander verteilt, desto ruhiger geht es später.

Wer ist für die Räumung zuständig?

Haushaltsauflösung: planen und organisieren
Haushaltsauflösung: planen und organisieren | ©: Manfred Richter from Pixabay

Viele Angehörige gehen davon aus, dass sich Vermieter oder Hausverwaltung nach einem Todesfall von selbst um die Räumung kümmern. Das ist ein Irrglaube. Die Verantwortung liegt bei den Erben, auch wenn die Wohnung nicht ihr Eigentum ist und der Verstorbene nur gemietet hat. Mit dem Nachlass geht auch das Mietverhältnis auf sie über, und damit die Pflicht, die Wohnung zu räumen und an den Vermieter zurückzugeben.

Wer mit der Organisation beginnen möchte, muss dafür übrigens nicht erst auf einen Erbschein warten, denn die amtliche Bestätigung ist für den Start nicht zwingend nötig. In der Praxis übernimmt oft das Familienmitglied die Koordination, das dem Verstorbenen am nächsten stand oder am nächsten wohnt, und hält die anderen per Telefon auf dem Laufenden.

Welche Frist gilt für die Kündigung?

Primär gilt es, die Fristen mit dem Vermieter abzuklären. Bei vielen Mietwohnungen ist eine außerordentliche Kündigung mit einer eigenen Frist mitzuvereinbaren üblich, die meist kürzer ist als die normale Kündigung im Mietvertrag. Diese Möglichkeit muss aber aktiv während des Nachlassablaufs genutzt werden. Verpassen die Erben dies, gilt die übliche Kündigungsfrist aus dem Vertrag.

Tipp: Auch wenn die Räumung selbst noch etwas Zeit braucht, lohnt es sich deshalb, die Kündigung früh vorzubereiten und direkt mit dem Vermieter zu besprechen.

Selbst räumen oder Unterstützung holen?

Grundsätzlich können Erben die Wohnung selbst leeren oder einen Fachbetrieb für die Beräumung beauftragen. Bei einer privaten Räumung geht die Familie selbst die Räume durch, sortiert Unterlagen, Sparbücher und persönliche Erinnerungsstücke aus dem Hausrat heraus und entscheidet, was bleibt. Brauchbare Möbel gehen oft an Verwandte oder an eine Spendenorganisation, der Rest wird selbst entsorgt. Wer nicht vor Ort wohnt, lässt sich Fotos schicken oder plant einen gemeinsamen Termin, bevor feststeht, was wohin geht.

Das wirkt auf dem Papier überschaubar, wird in der Praxis aber schnell aufwendig. Mehrere Erben müssen Termine abstimmen, schwere Möbel transportieren, Fahrten zum Wertstoffhof organisieren und oft extra Termine für Sperrmüll einplanen. Fehlt jemand in der Familie, der regelmäßig vor Ort sein kann, zieht sich eine private Räumung leicht über Wochen hin, während der Übergabetermin beim Vermieter näher rückt.

Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass nach mehreren Wochen ein Haus zu räumen man gemeinsam zum Entschluss kam, den Rest einem Entrümpelungsunternehmen zu übergeben. Die haben dann das Haus bzw. die Wohnung besenrein übergeben und der Verkauf der geerbten Immobilie konnte starten. Wir hätten da noch Wochen und Monate damit verbracht, die Räumung und Entsorgung selbst zu stemmen.

Sonderfall:

Ein Sonderfall und ein Problem ist es, wenn ein Mieter verstorben ist und sich keine Erben finden – oder diese die Erbschaft ausschlagen. Dann kümmert sich niemand um die Wohnung und auch die Hausverwaltung kann nicht einfach räumen lassen, sondern muss erst die Entscheidungen vom Nachlassgericht abwarten. Miete kommt natürlich auch keine mehr, weil ja auch niemand den Mietvertrag kündigt.


Wohnung mit etwas mehr Aufwand


Wohnung mit etwas mehr Aufwand

Meistens handelt es sich dann um Mieter und Wohnungen, die etwas mehr Aufwand erzeugen, als nur eine normale Entrümpelung.

Wann lohnt sich Unterstützung durch einen Fachbetrieb?

Möbel schleppen
Möbel schleppen - nicht für jeden geeignet | ©: Peggy und Marco Lachmann-Anke from Pixabay

Unterstützung durch einen Fachbetrieb ist keine Pflicht, kann aber entlasten. Das gilt besonders, wenn niemand regelmäßig vor Ort ist und der Übergabetermin näher rückt. Auch wer schwere Möbel nicht selbst transportieren möchte oder sich beim Sortieren persönlicher Erinnerungsstücke überfordert fühlt, muss das nicht allein stemmen. Ein Fachbetrieb übernimmt dann Sortierung, Abtransport und die besenreine Übergabe an den Vermieter.

Bei der Beauftragung eines professionellen Räumungsunternehmens lohnt es sich, genau hinzuschauen. Wichtig sind feste Termine und ein schriftlicher Preis vor Beginn der Arbeit. Seriöse Anbieter besichtigen die Wohnung vorab und legen den Preis schriftlich fest, bevor die Räumung startet.

In vielen Städten in Sachsen gibt es dafür kostenlose Beratungsmöglichkeiten.

Grundsätzlich ist es deshalb zu empfehlen, sich vor dem Start einer Entrümpelung in Dresden eine professionelle Ersteinschätzung geben zu lassen und gegebenenfalls eine unverbindliche Besichtigung zu vereinbaren.

Mit etwas Vorbereitung lässt sich die Räumung einer hinterlassenen Mietwohnung auch aus der Ferne gut organisieren. Wer die Fristen aus Mietvertrag und Nachlass früh im Blick hat, spart sich unnötigen Stress.



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